Ich denke, dass das vielen Christen schon so gegangen ist, dass sie – obwohl sie wirklich wie Christen leben wollten, sich irgendwann verrannt haben und das eigentliche Ziel aus den Augen verloren haben. Gerade als Christ finden sich so viele Dinge, die ablenken, die in sich gar nicht mal schlecht sein müssen, aber die gewaltig ablenken vom eigentlichen Ziel.
Man kann sich z.B. sehr lange mit bestimmten Themen in der Bibel befassen. Daran ist an sich nichts verwerflich, man kann viel dabei lernen, aber man lebt eigentlich an dem vorbei, was wirklich zählt. Oder man stürzt sich in irgend eine Aufgabe in der Gemeinde, wo immer, die an sich gut und wichtig sein kann, aber wieder, man verzettelt sich darin und verliert das Wichtigste aus den Augen. Oder man hat Probleme im Leben, durchlebt schwere Zeiten, hat große Sorgen und lässt sich von diesen zeitlichen Sorgen so mitreißen, dass man wieder das Wichtigste aus den Augen verliert.
Ist mir alles schon passiert. Und das kann auch jedem anderen passieren. Und es ist wichtig, dass wir von all den Dingen, die uns beschäftigen, einmal wegsehen, hin auf den, der uns der Wichtigste sein sollte.
Manchmal können uns auch Menschen fesseln. Man verstehe mich nicht falsch. Menschliche Beziehungen sind wichtig. Und wir sollten unheimlichen Wert darauf legen, sie zu pflegen. Aber wir sollten dabei immer wieder gezielt von Menschen absehen und auf den sehen, der der unser Ein und Alles sein sollte.
Den Herrn Jesus





Dazu noch eine Predigt ( vom 25.10.09 )
( Karl-Hermann Kauffmann )
http://gembee.com/download/927421cd291defe42414/Johannes_der_Juenger_und_sein_Kampf_.mp3
Und ein älteres Video, das vom Anfang diesen Jahres ist.
Ich sehe eher die umgekehrte Gefahr für mich: konkrete Beziehungen vernachlässigen, weil ich doch ach so Wichtiges anderes (was angeblich für uns beide gut sein soll) zu tun habe. Wenn ich auf den einzelnen Menschen sehe, sehe ich doch von meiner Seite aus dasselbe Grundproblem in der Beziehung zum einzelnen Menschen wie in der Beziehung zu Gott: Sich dem oder der anderen anvertrauen. Wenn ich auf den einzelnen Menschen sehe, heißt dass doch nicht, dass ich versuche, ihm jeden Wunsch zu erfüllen oder jede Sekunde meiner Zeit mit ihm oder ihr verbringe.
Gerade im Hinsehen auf den Menschen werde ich auf Jesus Christus verwiesen.
Wahrscheinlich meint der Autor das Gefühl der Zerrissenheit, weil man doch am liebsten alles gleichzeitig tun und für alle Menschen da sein möchte. Um etwas zu erreichen, muss und darf man sich aber beschränken und zur Teilung von Aufgaben und Verantwortung bereit sein.
Was ich gemeint hatte, war die Tendenz, mich mit allem und jedem zu beschäftigen, mich aber zu selten zum persönlichen Gebet und Bibellesen in der Stille zurückzuziehen, um einen neuen Blick dafür zu bekommen, mit welcher Gesinnung und welchem Ziel man seine Aufgaben und Situationen angeht.
Das ganze hatte ein wenig diesen gedanklichen Hintergrund ( Auszug aus einer Predigt )
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„Und früh am morgen, als es noch Dunkel war, da stand Jesus auf, verließ das Haus und ging weg an einen einsamen Ort und betete dort.
Es ist so, dass Jesus Christus niemals seinen Jüngern in seiner Frustration gesagt hat: Mann, ich bin so beschäftigt und hier ist so viel Not. Ich hab keine Zeit zum Beten. Es toben hier so viele Dinge, dass ich keine Zeit mehr zum Beten habe.
DAS hat Jesus nie gesagt, denn er wusste, trotz dessen, dass er der Sohn Gottes war, dass er sich dem Vater zu unterwerfen hatte und dem Willen des Vaters und er tat nur, was er den Vater tun sah und er tat das, was er tat, in der Kraft des Heiligen Geistes. Und damit können wir uns sicherlich identifizieren, denn Jesus identifizierte sich mit uns.
Ihr könnt nichts tun, außer das, was ihr den Vater tun seht. Und ihr könnt nichts tun, es sei denn, ihr tut es in der Kraft des Heiligen Geistes. Und eure Beziehung, eure intime Beziehung mit Gott ist absolut lebensnotwendig, absolut grundlegend für JEDE Art von Dienst, den ihr zu tun gedenkt.
Der Sohn Gottes, so scheint es, konnte nicht leben ohne die Gemeinschaft, ohne das verborgene Gebet, ohne das Alleinsein mit Gott. Aber natürlich, die von uns, die stärker als der Sohn Gottes sind, die kommen davon, ohne diese Nähe zu Gott zu haben.
Schaut es euch einfach an. Schaut dieses Gebetsleben an. Und es ist erstaunlich. Es heißt: Früh am morgen, während es noch dunkel war, da stand Jesus auf, verließ das Haus und ging an einen einsamen Ort und betete dort.
Als ich damals in den Dienst berufen war, da rief mich der Pastor, der für mich verantwortlich war, den ich bis heute bewundere und achte, in sein Büro. Bis heute hab ich fast nie einen Mann getroffen, der in solcher Weise die Kraft Gottes auf seinem Leben hatte. Er rief mich also in sein Büro und sagte: So, Gott hat dich also in den Dienst berufen?
Zitternd sagte ich: Ja, Pastor Weaver
Und er drehte sich um, sah mich an und sagte: Junge, kannst du allein sein?
Das war alles, was er zu mir sagte. Und es war so, wie wenn ich nicht wirklich verstand, was er da gesagt hatte. Ich dachte, er meinte, dass, wenn ich die Wahrheit predige, ich allein sein werde, weil alle mich hassen werden. Aber dann wurde mir langsam klar, wie er das gemeint hatte.
Kannst du allein sein mit Gott?
Eines der Probleme, das ich speziell bei Jungen Männern beobachte, ist, dass sie zusammen z.B. in ihrem Jugendkreis miteinander unterwegs sind. Sie sind in Gruppen unterwegs. Ständig hängen sie miteinander rum.
Nun, daran ist an sich nichts falsch, es ist wundervolle Gemeinschaft, Einheit, dass man zusammen etwas tut, miteinander predigt, was auch immer. Aber das Problem ist, dass sie IMMER zusammen sind und NIEMALS allein mit Gott sind. Kannst du allein sein? Kannst du ALLEIN MIT GOTT sein?
Obwohl ich meine Frau liebe und wir eine wundervolle Beziehung haben, weiß sie, dass sie nicht mit mir an den Ort gehen kann, an den ich gehen muss, an den ich täglich allein gehen muss und zu dem sie mich nicht begleitet. Versteht mich nicht falsch. Ich bete mit meiner Frau, ich studiere die Bibel mit meiner Frau, aber sie kann nicht mit mir dahin gehen, wohin ich allein gehen muss. Ich muss gehen und mit dem Herrn allein sein.
Wenn ihr Ehemann diesen in die Ferne schweifenden Blick in seinen Augen hat, dann weiß sie, dass er sie nun verlassen wird, er muss allein dorthin gehen.
Die Leute in Peru nannten meine Frau die Cherubim oder die Seraphim, weil sie sagten, dass sie mit einem flammenden Schwert vor der Tür stand, hinter der ich betete, und wenn irgend jemand versucht hätte, durch diese Tür zu gehen, hätte sie demjenigen den Kopf abgeschlagen. [ scherzhaft ]
Sie sagten: Wir müssen mit Bruder Paul sprechen.
Tut mir leid, das geht nicht
Nun, warum geht das nicht?
Er ist allein“
„Alleinsein mit Gott“ – Wer das aushält, der ist wirklich zu bewundern und dem gratuliere ich.
Zu meiner Glaubenserkennnis in meiner Jugend gehört, durch Gott eben nicht allein zu sein, nicht alle Verantwortung allein tragen zu müssen, sondern befreit zu sein für meine Verantwortung. Bei meiner Hochzeit war das Wichtigste für mich, ab jetzt gemeinsame Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu teilen.
Zeit für mich allein nehme ich mir eher zu viel. Ich lese in der Bibel oder einen Roman oder berufliche Fachliteratur oder gesellschaftskrtitische Literatur – aber wirkliches Alleinsein halte ich kaum aus. Denn dann kommen die Fragen an mich und mein Leben, weil ich den Ansprüchen, die ich an mich stelle, nicht genüge. Also lieber wieder etwas lesen, bis ich einschlafe.
So komme ich natürlich nicht aus dem Kreislauf heraus. So ziehe ich keine Konsequenzen, so ändere ich mein Verhalten nicht – nicht einmal langsam.
Mit welcher Gesinnung? Mit welchem Ziel?
Mit Dankbarkeit; um anerkannt zu werden;
für andere Menschen; für den Lebensunterhalt; um stolz auf mich sein zu können; um weiterzugeben, was ich geschenkt bekommen…. (für Gott kommt nicht in meiner Liste vor oder doch? bei der Dankbarkeit?)